Boorberg Verlag

Türsteher in Österreich - Ein Sicherheitsrisiko?

16.08.2010

Privates Sicherheitsgewerbe in Österreich

Seit Jahren gibt es in Österreich immer wieder Zwischenfälle mit Sicherheitspersonal im Umfeld von Diskotheken und Veranstaltungen; immer öfter kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitspersonal und Besuchern, die oft mit schweren Körperverletzungen und 2007 sogar mit einem Todesfall endeten.

Keine Ausbildungsverpflichtung

Trotz dieser Problematik können sich die Verantwortlichen in Österreich aber noch immer nicht durchringen, eine einheitliche gesetzliche Regelung für diese Sicherheits- und Aufsichtstätigkeiten zu schaffen, auch nicht, was deren Ausbildung betrifft. Derzeit gibt es in Österreich weder eine Ausbildungsverpflichtung, noch eine Regelung über Art und Umfang einer derartigen Ausbildung [1].

Keine Vorgaben zur Qualität der Sicherheitspersonen

Die jeweils zuständige Veranstaltungsbehörde für öffentliche Veranstaltungen kann im Genehmigungsbescheid zwar eine bestimmte Anzahl von Sicherheitspersonen vorschreiben, über deren Qualifikation kann sie jedoch keine Vorgaben machen [2].

Bundesgesetzliche Regelung gefordert

  • Viele Türsteher und Ordner arbeiten sowohl arbeits- als auch haftungsrechtlich in einem bedenklichen Graubereich und sind nicht ausreichend ausgebildet, um in Stresssituationen richtig zu reagieren.
  • Oft ist dem eingesetzten Security-Personal auch nicht bewusst, welche Maßnahmen sie bei Konfliktsituationen setzen dürfen.
  • Bei der Ausübung ihrer Tätigkeit stehen Personen, die im Sicherheitsgewerbe arbeiten, keine Rechte zu, die über die Rechte hinausgehen, die auch Privatpersonen zukommen.

Aus diesen Gründen wird schon seit längerer Zeit eine bundesgesetzliche Regelung für die Ausübung des privaten Sicherheitsgewerbes und damit verbunden, eine klar definierte verpflichtende Grundausbildung für jede Form von Security-Tätigkeit, wie es in Deutschland bereits seit längerer Zeit praktiziert wird, gefordert. Bis dato ohne Erfolg.

Autor: Maria Lukas

Anlass: Privates Sicherheitsgewerbe, Österreich

Dem vorliegenden Artikel liegt eine Meldung der Austria Presse Agentur vom 23.7.2010  (Originaltext-Service, www.ots.at) eines österreichischen Nationalratsabgeordneten zugrunde, der bereits seit mehreren Jahren die bundesgesetzliche Regelung des Sicherheitsgewerbes und damit verbunden eine verpflichtende einheitliche Ausbildung von Sicherheitspersonal fordert [1].

Sachbereich: A4 Aktuelles und Grundlagen - Rechtliches

Schlagwörter: Privates Sicherheitsgewerbe in Österreich, Security-Ausbildung, Türsteher


-